Zur Fußbekleidung der ärmeren und der ländlichen Bevölkerung des Mittelalters ist wenig bekannt. Es wird vermutet, dass diese Menschen, sofern nicht barfüßig oder in Holzschuhen, eine Art unförmiger Bundschuhe trugen: ein bis über die Knöchel reichendes, hartes und raues Stück Leder, das um den Fuß gewickelt und an der Spitze zusammengebunden wurde. Der Bundschuh wurde ab 1493 als Zeichen der Unterdrückung und Armut auf den Fahnen der aufständischen Bauern der sog. Bundschuh-Bewegung abgebildet.

Der Begriff Bundschuh bezeichnet einen historischen Lederschuh, der mit einem langen Riemen gebunden wurde. Das trifft auf frühgeschichtliche Schuhe genauso zu wie auf die einfachen gebundenen Schuhe (im Gegensatz zu teureren Schnallenschuhen...) der Landbevölkerung im späten Mittelalter, die sich in ihrer Konstruktion erheblich von den frühgeschichtlichen Bundschuhen unterscheiden. Der frühneuzeitliche Bundschuh wurde im 16. Jahrhundert zum Symbol der Bauern, der Bundschuh-Bewegung und der Bundschuh-Verschwörung.

Neben dem Bundschuh war der Stulpstiefel, Schnabel- und Kuhmaulschuh in der Zeit von 1130 bis 1700 in Mitteleuropa sehr verbreitet. Das Verbreitungsgebiet des Bundschuhes war Süddeutschland, das Elsaß, die Nordschweiz und Kärnten in Österreich. Im Dominikanerkloster Rottweil und im ehemaligen Benediktinerkloster Alpirsbach fand man ebenfalls Bundschuhe. Die Form war ausgeführt als ein halbhoher Stiefel, dessen Schaft meistens über den Knöchel reichte und die Hose umfasste. Es gab nur eine Ausfertigung, welche sich weder in Rechts noch Links unterschied. Die Schuhschnürung wurde mit langen Lederriemen ausgeführt und war teilweise mit Metallschnallen versehen. Die Herstellung erfolgte aus schlechtem (billigem) Leder mit einer Wendenaht, d.h. nach dem Nähen wurde der Schuh umgestülpt.

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Bundschuhe und Opanken